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Auf dieser Seite nehme ich euch bei meiner Zeit in Wien mit, teile Erfahrungen und Erlebnisse.
Zita ist die andere Erasmuspraktikantin bei der Basis Wien, wir machen öfters Dinge gemeinsam und sie ist damit einverstanden, wenn ich Ihren Namen nenne und sie auf Bildern zu sehen ist.

48 Stunden Wien
Am Samstag, den 15.11.2025, um 19.00 Uhr ging meine Reise nach Wien los. Vom Bahnhof Lichtenberg fuhr der Nachtzug mit nur 2 h Verspätung nach Wien ab. Die Nacht über wurde natürlich geschlafen und nach einem Frühstück kam ich gegen 9.00 Uhr ausgeschlafen in Wien an. Dort bin ich mit dem Bus zu meiner Wohnung gefahren und habe die Schlüssel in einem Café abgeholt. Anschließend konnte ich erstmal die Wohnung erkunden und meine Koffer ausräumen. Gegen Nachmittag/Abend habe ich dann einen Spaziergang durch die Neubaugasse unternommen und versucht, die Gegend ein bisschen kennen zu lernen. Die Anreise war doch anstrengender als gedacht, deshalb ging es anschließend auch früh ins Bett. :) Wie meine ersten Arbeitstage verliefen, erfahrt ihr am Freitag!


Die erste Woche in Wien
Meine erste richtige Woche in Wien begann am Montag, den 17.11.2025. Um 10.00 Uhr bin ich in meinem Praktikumsbetrieb „basis Wien“ angekommen und habe das Team sowie die andere Erasmus-Praktikantin kennengelernt. Am Vormittag wurde ich in die Benutzung des Archivs sowie der Bibliothek eingeführt und nach einem gemeinsamen Mittagessen habe ich unter Anleitung angefangen, verschiedene Objekte zu sortieren. In den darauffolgenden Tagen habe ich angefangen, die von mir sortierten Objekte erst unter Anleitung, dann alleine, in die Datenbank aufzunehmen und mit den schon vorhandenen verwandten Objekten zu verknüpfen.
In meiner Freizeit habe ich Wien entdeckt, war auf dem Weihnachtsmarkt, am Parlament von Österreich und in der Hofburg.
Wien ist wirklich eine wunderschöne Stadt und auch alleine kann man sie wunderbar entdecken. :)
Bis nächste Woche!

Halbzeit
Meine zweite Woche in Wien ist rum und somit auch schon die Hälfte meines Praktikums. Die Zeit fliegt, ich erlebe so viel!
Diese Woche hatten wir bei der basis.wien Besuch von Kuratorinnen aus Norwegen. Diese besuchten Wien im Rahmen eines kulturellen Austausches, organisiert über die Organisation Phileas.
[Phileas – The Austrian Office for Contemporary Art unterstützt Künstler:innen, Kurator:innen, Galerien und Institutionen in Österreich und stärkt deren Präsenz in der internationalen Landschaft der zeitgenössischen Kunst. Durch langfristige Partnerschaften mit Museen, Biennalen und Kunstinstitutionen auf der ganzen Welt ermöglicht Phileas die Produktion und Ausstellung neuer Kunstwerke und deren Schenkung an öffentliche Sammlungen.]
In Vorbereitung des Besuches haben wir verschiedene Objekte im Archivraum aufgestellt und beleuchtet. Dies seht ihr auch auf den Fotos. Das war ein toller Einblick in die Öffentlichkeitsarbeit der Basis. Anschließend durften Zita und ich den Besuch fotografisch begleiten und Fotos für einen Post auf der Instagram-Seite der basis heraussuchen.
Am Dienstag haben Zita und ich gemeinsam Post für die Unterstützer der Basis gepackt. Die UnterstützerInnen bekommen regelmäßig Post mit kleinen Goodies und Informationen über aktuelle Vorgänge in der Basis.
Am Mittwoch hatten wir eine Künstlerin als Gast, welche die besonders guten Scanner der Basis nutzt, um verschiedene Dinge und Arbeiten zu digitalisieren.
Am Donnerstag haben Zita und ich gemeinsam neue Mappen für das Hängeregister etikettiert, Signaturen auf Bücher geklebt und anschließend alles gemeinsam in das Archiv einsortiert.
Die gesamte Woche über habe ich ein Programmheft des Monats der Fotografie „eyes on“ in Wien bearbeitet. Hierbei musste für jede erwähnte Ausstellung ein Datensatz angelegt und anschließend mit dem Veranstaltungsort und dem/der KünstlerIn verknüpft werden. Das ist echt viel Arbeit, bringt aber mehr Routine in die Arbeit mit der eigens für die Basis programmierten, webbasierten Datenbank.
In meiner Freizeit habe ich das Last Little Haven besucht und mir die dortige Ausstellung angeschaut.
[Last Little Haven] ist eine ortsspezifische Rauminstallation, die eine Rekonstruktion einer (fiktiven) lesbischen/queeren Bar der 1930er bis 1950er Jahre darstellt. Die sogenannte Art Bar fungiert dabei sowohl als partizipativer als auch als kooperativer Ausstellungsraum.
Besucher*innen sind eingeladen, durch einen Barbesuch aktiv am Projekt teilzunehmen. Ein besonderes Highlight ist die Präsentation der weltweit größten Privatsammlung von Artefakten zur lesbischen Bar-Geschichte, die hier erstmals öffentlich zugänglich gemacht wird. Ein künstlerisches Ausstellungs- und Rahmenprogramm begleitet das Projekt und widmet sich verschiedenen Themenschwerpunkten zu lesbischen/sapphischen/queeren Orten und Geschichten in Wien und weltweit.]
Außerdem wurde natürlich weiter Wien erkundet. Durch den Black Friday war es sehr voll in der Stadt. Zita und ich haben die Möglichkeit trotzdem genutzt und waren Weihnachtsgeschenke kaufen.


Die vorletzte Woche
Nun ist meine Zeit in Wien schon fast vorbei. In dieser vorletzten Woche habe ich erst mal weiter am „Eyes-on“-Heft gearbeitet. Außerdem habe ich über die Website des European Art Net die in der Datenbank verknüpften GND-[Gemeinsame Normdatei-]Nummern auf ihre Aktualität überprüft und ggf. ersetzt oder aus den Datensätzen gelöscht.
[European-art.net (EAN) ist ein Netzwerk zeitgenössischer Kunstarchive. Unser Ziel ist es, Kunstarchive in ganz Europa zu vernetzen und ortsunabhängigen Zugriff auf ihre jeweiligen Sammlungen zu ermöglichen. Über eine zentrale Suchmaschine verknüpft european-art.net alle Partnerdatenbanken und stellt so ein breites Spektrum an Daten zu Künstlern, ihren Aktivitäten sowie Quellen wie Fotos und Texten zur Verfügung. European-art.net bietet einen zentralen Zugangspunkt zu den vielfältigen Informationen, die Kunstarchive bereithalten. Es richtet sich an Künstler, Kuratoren, Forscher und alle, die sich für die spezifischen Sammlungen von Kunstarchiven im 21. Jahrhundert interessieren.
European-art.net wurde 2002 aus dem EU-geförderten Forschungsprojekt vector (2000–2003) gegründet, das sich mit der Entwicklung von Richtlinien für die digitale Archivierung zeitgenössischer Kunst befasste. European-art.net ist als Partnerschaft organisiert. Alle beteiligten Institutionen haben es sich zur Aufgabe gemacht, Materialien zur zeitgenössischen Kunst zu sammeln und zu bewahren, sie zu dokumentieren und gemäß wissenschaftlichen Archivierungsstandards zugänglich zu machen. Mit jährlichen Treffen und anderen Veranstaltungen unterstützt und fördert European-art.net die Aktivitäten von Archiven für zeitgenössische Kunst und bietet eine Plattform für den fachlichen Austausch sowie den Transfer von Erfahrungen und Wissen.
Außerdem habe ich gelernt, wie die Datenbank der basis wien aufgebaut ist. Es handelt sich hierbei um eine relationale Datenbank, das bedeutet, dass die Daten in Tabellen sortiert und verwaltet werden. Sie sind durch Beziehungen verbunden.
Ebenfalls weiß ich jetzt, wie Bücher und andere Publikationen in die Datenbank aufgenommen werden und Signaturen für diese erstellt werden.
Am Donnerstag haben wir im Team meine letzte Woche besprochen. An meinem letzten Tag bei der basis Wien findet noch eine Veranstaltung statt. Diese haben wir angefangen vorzubereiten, indem wir im Hausflur Plakate abgehängt und umgehängt haben. Damit diese Plakate wieder zurückgeführt werden können ins Archiv, müssen sie zum Trocknen abgelegt werden. Ansonsten könnten sich nämlich durch die Luftfeuchte im Altbau-Hausflur Verformungen bilden.
Auch am Donnerstag haben wir in Vorbereitung auf einen Paneltalk mit Diskussion am Samstag den Film „Meine keine Familie“ geschaut. „Meine keine Familie“ ist ein österreichischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2012 über die Kommune Friedrichshof im Burgenland. Gemeinschaftliches Eigentum, freie Sexualität und Auflösung der Kernfamilie waren die Grundprinzipien der durch Otto Muehl Anfang 1970 gegründeten Kommune.] Die Regie wurde von Paul-Julien Robert geführt, er ist auch in der Kommune aufgewachsen. Dadurch wurde der Film nochmal emotionaler geladen und ist sehr bewegend. Der darauffolgende Talk bzw. die Diskussion war sehr intensiv, die verschiedenen Möglichkeiten und Ansichten, mit den Werken Mühls und der anderen Aktionisten umzugehen, sehr divers. Besonders interessant fand ich die Beiträge der Teilnehmenden der Gruppe "Mathilda" [MATHILDA ist eine fluide Gruppe von Zeitzeug*innen und Künstler*innen, von Kulturproduzierenden und Wissenschaftler*innen, deren Arbeit die von psychischer und sexueller Gewalt geprägte Erfahrung der Kinder in der sogenannten Mühl-Kommune zum Ausgangspunkt hat.]
Am Ende der Woche habe ich die Stadt Bratislava entdeckt, dazu könnt Ihr mehr auf der Wien-Highlights-Seite sehen.

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Kommentare
Total schöner Blog! Die Bilder sind mega toll ausgewählt und es ist alles sehr interessant geschrieben. Voll schön so einen tollen Einblick zu bekommen!
Liebe Alana,
was für ein schön aufbereiteter Blog. Da bekommt man richtig Lust auf ein Praktikum in Wien. Die Stadt ist ja wirklich traumhaft! Und deine Wohnung erst <3!
die Fotos sind so schön :) sieht richtig weihnachtlich aus. Ich hoffe du hattest eine tolle Zeit!
Super Blog!!! Sehr interessant und schön. Sieht richtig cool aus.
Schöner Blog! Da kriegt man Lust mal in ner Bibliothek in Wien zu arbeiten, zumal auch deine Highlights in Wien sehr ansprechend aussehen :)
Ein mega schöner Block! Ich hoffe du hast dort eine tolle Zeit und ich bin gespannt, was du uns alles berichten wirst. :)
Genieß die letzte Woche!
Ich möchte auch gleich losfahren …
Praktikum, Wien, Advent - die perfekte Kombination!
Genieße die letzte Woche.
Moin, sehr schöne Fotos. Vielen Dank für's mitnehmen! Liebe Grüße aus Bonn, Andreas
Wie schön, dass du uns auf diesem Blog in deiner Wienzeit mitnimmst.
Ich freue mich darauf noch mehr von der Stadt zu sehen und zu erfahren, wie deine Zeit bei Basis Wien verläuft.
Hi Alana, ein toller Blog! Ich bin gespannt auf deinen nächsten Beitrag und wünsche dir eine tolle Zeit in Wien.
Liebe Grüße aus Berlin